Diskriminierung und Gewalt an Frauen: „Wir kennen das schon, aber es ist nicht normal!“ Am 8. März jährt sich der Internationale Frauentag

Pressemitteilung vom 06. März 2026

Berlin/Cottbus. Anlässlich der aktuellen Debatten um Frauenrechte und gesellschaftliche Rollenbilder bezieht die Bundestagsabgeordnete für Cottbus und Spree-Neiße, Maja Wallstein (SPD), klar Stellung:

Maja Wallstein, Bundestagsabgeordnete für Cottbus & Spree-Neiße (Foto: Foto-Atelier Goethe)

„Es ist nicht nur die strukturelle, nicht selten auch institutionelle Benachteiligung von Frauen. Es ist der steinigere Karriereweg, der Spruch, die unsittliche Berührung, die Gewalt: Nahezu jede Frau in Deutschland erlebt in ihrem Leben Diskriminierung und Gewalt, weil sie eine Frau ist. Wir kennen das schon, aber es nicht normal.“ Wallstein mahnt, dass neue Studien einen rückläufigen Trend bei der Akzeptanz von Gleichstellung in jüngeren Generationen aufzeigen und kündigt weitere gesetzliche Schritte der Koalition an.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit und Entgelttransparenz
Ein zentraler Fokus liegt auf der Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke, die aktuell noch bei 16 Prozent liegt. Wallstein betont die strukturellen Ursachen: „Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Wir müssen dieses strukturelle Problem lösen, indem wir mit der anstehenden Elterngeldreform echte Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung schaffen.“

Zudem kündigt sie die zeitnahe Umsetzung der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz in nationales Recht bis Juni 2026 durch das Parlament an: „Wir werden für mehr Entgeltklarheit und eine bessere Rechtsdurchsetzung sorgen. Das Recht auf Gleichstellung muss in allen Lebensbereichen – insbesondere auf dem Lohnzettel – ankommen.“

Schutz vor Gewalt als Priorität
Nach der Verabschiedung des Gewalthilfegesetzes im Januar 2025, das einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung verankert hat, sieht Wallstein den nächsten Schritt im Ausbau des Gewaltschutzgesetzes:
„Frauen haben ein Recht auf Gewaltschutz. Wir stärken den Schutz vor häuslicher Gewalt aktuell durch die Einführung der elektronischen Fußfessel für Gewalttäter und verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings. Der entsprechende Gesetzentwurf befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren.“

Reproduktive Selbstbestimmung stärken
Ein weiteres Kernanliegen bleibt die reproduktive Freiheit. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich weiterhin für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und eine verbesserte Versorgungssicherheit ein. „Frauen müssen über ihren eigenen Körper und ihre Familienplanung bestimmen können. Wir stellen sicher, dass ein wohnortnaher Zugang zu medizinisch sicheren Abbrüchen gewährleistet ist“, so Wallstein.

Gegenwind durch „Rollback“ bei der Generation Z
Besorgt zeigt sich die Abgeordnete über aktuelle Daten von Ipsos, die einen Trend zu traditionellen Rollenbildern bei jungen Männern der Generation Z nahelegen. Wallstein warnt vor einer Verharmlosung der sogenannten „Tradwife“-Bewegung:

„Es ist alarmierend, wenn junge Männer verstärkt in traditionelle Muster verfallen und teils fordern, eine Ehefrau solle ihrem Mann ‚gehorchen‘. Man darf die Verbindung dieser Inszenierungen mit extremrechts-konservativen Ideologien, wie sie auch von der AfD propagiert werden, nicht unterschätzen. Frauenrechte kommen nicht von allein – sie müssen jeden Tag neu verteidigt werden.“

Gleichstellung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die SPD-Fraktion weiterhin mit Nachdruck stellen werde.