Pressemitteilung vom 2. Juli 2026
Zu dem nächtlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus erklärt die Cottbuser SPD-Bundestagsabgeordnete Maja Wallstein:
„Der erneute feige Brandanschlag auf das Hausprojekt „Zelle 79“ macht mich wieder einmal zutiefst betroffen – und wütend. Dass Menschen mitten in der Nacht in ihrem eigenen Zuhause attackiert werden, ist für mich unerträglich. Wir haben es hier erneut mit Gewalt aus dem rechtsextremen Milieu, dem Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts zu tun. Wir dürfen uns nicht wegducken und müssen das auch konkret so benennen. Die Unkenrufe, dass solange die Täter nicht verurteilt seien, nicht klar sei, aus welchem extremistischen Milieu diese Angriffe kommen, dürfen wir nicht so stehen lassen. Die extreme Rechte versteckt sich ja nicht mal mehr.
Meine volle Solidarität gilt den Bewohnerinnen und Bewohnern, die diesen Albtraum wieder einmal durchleben mussten. Besonders erschreckend und besorgniserregend ist dabei die Tatsache, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern laut Polizei um Jugendliche oder junge Erwachsene im Alter von gerade einmal 15 bis 20 Jahren handelt. Es zeigt schmerzhaft, wie tief der Hass durch Parteien der extremen Rechten und Gruppierungen bereits in die jungen Generationen hineingetragen wird.
Zu diesem erneuten Gewaltausbruch und dem perfiden Versuch der Einschüchterung dürfen wir als Stadtgesellschaft deshalb nicht schweigen. Wir dürfen nicht abstumpfen! Wenn Brandsätze gegen Wohnhäuser geworfen werden, weil dort Regenbogenfahnen hängen, dann ist das ein gezielter Angriff auf die Freiheit, die Vielfalt und die demokratischen Werte von uns allen. Ich hoffe deshalb auf rege Beteiligung bei der für heute Abend um 20 Uhr angekündigten Mahnwache vor der „Zelle 79“ und werde selbst vor Ort sein.
Ich danke den Einsatzkräften für das schnelle Eingreifen und vertraue darauf, dass die Ermittlungsgruppe aus Staatsschutz und Mordkommission die Täter zügig fasst und zur Rechenschaft zieht. Der Hass darf in Cottbus keinen Platz haben. Ich stehe fest an der Seite der Betroffenen und der queeren Community. Wir lassen uns nicht einschüchtern – nicht im Alltag und erst recht nicht beim anstehenden CSD am 11. Juli.“